Schlafmedizin
Wenn die Atmung den Schlaf beeinträchtigt
Schnarchen ist häufig. Atemaussetzer sollten abgeklärt werden.
Schlafbezogene Atmungsstörungen können die Erholung deutlich beeinträchtigen. Bei einem obstruktiven Schlafapnoe-Sysndrom (OSAS) verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege während des Schlafs wiederholt.
Im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie interessiert uns besonders, ob anatomische Faktoren wie Kieferstellung, Zungengrund oder Atemwegsraum eine Rolle spielen.
Typische Hinweise
Mögliche Symptome sind:
- starkes Schnarchen
- beobachtete Atemaussetzer
- Tagesmüdigkeit
- Konzentrationsprobleme
- morgendliche Kopfschmerzen
- nicht erholsamer Schlaf
Wichtig: Nicht jedes Schnarchen bedeutet automatisch Schlafapnoe.
Ob eine Schlafapnoe (OSAS) bei Ihnen vorliegt, sollte durch spezialisierte Schlafmediziner abgeklärt und bei Auffälligkeiten in einem Schlaflabor detaillierter untersucht und verifiziert werden.
Sie leiden unter einem diagnostiziertem OSAS?
Diagnostik
Die eigentliche schlafmedizinische Diagnose erfolgt über entsprechende schlafmedizinische Untersuchungen bei einem Spezialisten und gegebenenfalls im Schlaflabor. Wenn ein Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bei Ihnen festgestellt wurde, kann eine Zuweisung zu uns erfolgen und wir prüfen aus MKG-chirurgischer Sicht ergänzend:
- Kieferstellung
- anatomische Verhältnisse der oberen Atemwege
- Lage des Zungengrundes
- mögliche knöcherne Ursachen einer Verengung
Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Ursache und Schweregrad kommen unterschiedliche Verfahren infrage.
Konservativ
- CPAP-Therapie
- Unterkieferprotrusionsschiene
- weitere schlafmedizinische Maßnahmen
Chirurgisch
- ausgewählte Eingriffe bei anatomisch bedingter Verengung
- Vorverlagerung des Kieferkomplexes
Unterkieferprotrusionsschiene
Eine Unterkieferprotrusionsschiene hält den Unterkiefer nachts weiter vorne. Dadurch können Zunge und angrenzende Weichgewebe ebenfalls nach vorne verlagert und die Atemwege erweitert werden. Ob sie geeignet ist, hängt vom schlafmedizinischen Befund und der Zahn- und Kiefersituation ab.
Rotation-Advancement
Atemwege durch Kieferverlagerung erweitern: Bei geeigneten Patientinnen und Patienten kann eine operative Vorverlagerung von Ober- und Unterkiefer dazu beitragen, den Atemwegsraum im Rachen dauerhaft zu vergrößern. Diese Behandlung kommt insbesondere infrage, wenn die Kieferstellung wesentlich an der Verengung der Atemwege beteiligt ist.
Die Operation ist keine Standardtherapie für jede Schlafapnoe, sondern eine Option bei entsprechender anatomischer Ursache.
Interdisziplinäre Behandlung
Schlafmedizin ist Teamarbeit. Je nach Befund arbeiten unterschiedliche Fachrichtungen zusammen, beispielsweise:
- Schlafmedizin
- HNO
- MKG-Chirurgie
- Zahnmedizin
- Kieferorthopädie