Dysgnathie, Kiefergelenk & CMD: Drei Themen – ein funktionelles System
Kieferstellung, Gelenke und Muskulatur beeinflussen sich gegenseitig.
Beschwerden im Kausystem können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb unterscheiden wir drei zentrale Bereiche:
Typische Beschwerden
Je nach Ursache können auftreten:
- Schmerzen im Kiefergelenk
- eingeschränkte Mundöffnung
- Knacken oder Reiben
- Schmerzen der Kaumuskulatur
- Zähneknirschen oder Pressen
- Fehlbiss
- asymmetrische Kieferstellung
- Beschwerden beim Kauen oder Abbeißen
Nicht jedes Symptom bedeutet automatisch, dass eine Operation erforderlich ist.
CMD
Funktion verstehen. Bei einer CMD steht zunächst die funktionelle Untersuchung im Vordergrund. Dazu gehören Anamnese, klinische Untersuchung, manuelle Funktionsanalyse und je nach Befund ergänzende Bildgebung.
Häufig gilt: So konservativ wie möglich. So gezielt wie nötig.
Mögliche Ansätze sind beispielsweise:
- Schienentherapie
- physiotherapeutische Behandlung
- Entlastung des Kausystems
- weitere funktionelle Maßnahmen
Kiefergelenkerkrankungen
Strukturelle Veränderungen des Kiefergelenks können Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Veränderungen der Kieferposition verursachen.
Bei schweren Befunden können chirurgische Verfahren notwendig werden.
Das Spektrum reicht von:
- gelenkerhaltenden Maßnahmen
- operativer Behandlung struktureller Schäden
- rekonstruktiven Verfahren bei ausgeprägten Gelenkerkrankungen
Dysgnathie
Wenn Ober- und Unterkiefer nicht richtig zueinanderstehen
Mögliche Fehlstellungen sind zum Beispiel:
- zurückliegender Unterkiefer
- vorstehender Unterkiefer
- zu schmaler Oberkiefer
- offener Biss
- asymmetrische Kieferstellung
Bei ausgeprägten knöchernen Fehlstellungen kann eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung notwendig sein.
So läuft eine Dysgnathiebehandlung ab
- Analyse
Zahnstellung, Biss, Kieferposition und Gesichtsproportionen werden beurteilt. - Kieferorthopädische Vorbereitung
Die Zahnstellung wird auf die spätere Operation vorbereitet. - Operation
Oberkiefer, Unterkiefer oder beide Kiefer werden gezielt verlagert. - Feineinstellung
Nach der Operation erfolgt die weitere kieferorthopädische Anpassung.
Interdisziplinär gedacht
Bei komplexen funktionellen Beschwerden arbeiten wir bei Bedarf mit Kieferorthopädie, Zahnmedizin, Physiotherapie und weiteren Fachrichtungen zusammen.
Ziel ist nicht nur eine anatomische Korrektur, sondern ein möglichst gutes funktionelles Zusammenspiel.